Leben ist
      vielfältig . . .
     . . . wir wollen es
                  schützen.


...Gruppe Lüdenscheid...


AKTION 1000 KREUZE FÜR DAS LEBEN
LN 24.4.2004

Ca. 250 Menschen waren am Samstag, der Einladung der  Lebensrechtsinitiative Kaleb Lüdenscheid e.V. zur Aktion "1000 Kreuze für das Leben" gefolgt, um ein Zeichen für das Leben zu setzen und darauf aufmerksam zu machen, dass an jedem Werktag in Deutschland ca. 1000 Abtreibungen stattfinden. Neben Bürgern aus Lüdenscheid und Herscheid, die zahlenmäßig am stärksten vertreten waren, waren auch Menschen aus dem weiteren Umkreis erschienen, um ein hölzernes Kreuz als Zeichen für Menschenwürde und Lebensrecht auf sich zu nehmen. In der Initiative Kaleb setzen sich Lebensrechtsinteressierte aus verschiedenen evangelischen Gemeinden (landes- und freikirchlichen) aus Lüdenscheid und Herscheid für den Schutz und die Förderung menschlichen Lebens von der Zeugung bis zum Tod ein.

Ganz besonders herzlich hießen die Vorsitzende, Dr. Sabine Forck, und ihr Stellvertreter, Pastor Reinhard Spincke von der FeG Lüdenscheid, Walter Schrader als Vertreter der Leitung des Kaleb-Dachverbandes in Berlin, Dr. Claudia Kaminski, Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA), Gisela und Dieter Koch von der Lebensrechtsgruppe Rahel e.V. und den Theologen Philip Prinz von Preußen willkommen. Der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers hielt die Ansprache zum Thema "Gott ist ein Freund des Lebens" in dem Gottesdienst im Gemeindehaus Börsenstraße, mit dem der Aktionstag eröffnet wurde. Dabei stellte er deutlich heraus: "Kinder sind ein Geschenk Gottes, das angenommen werden sollte und das durch nichts anderes aufgewogen werden kann". Wie er während des Gottesdienstes und später in einem Interview mit Pastor Spincke betonte, braucht Deutschland dringend eine Trendwende, ein größeres Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen. Den dramatischen Geburtenrückgang, der teilweise auf die hohen Abtreibungsziffern zurückzuführen sei, bezeichnete er als einen der Hauptgründe für die gegenwärtige demographische Katastrophe. "Gebete für das Leben", die die Herscheiderinnen Dr. Carmen Poszich-Buscher und Jutta Jacques zusammen mit Walter Schrader zum Ausdruck brachten, bezogen sich auf alle Themen, die etwas mit dem weitgefächerten Einsatz für das menschliche Leben zu tun haben. Sie richteten sich also nicht nur gegen Abtreibung, Euthanasie, Lockerung des Embryonenschutzgesetzes, Klonen usw., sondern plädierten auch für eine neue Ehrfurcht vor dem Leben und für lebensbejahende Gesetze (Änderung des § 218, Stopp der Spätabtreibungen). Außerdem betete man für alle, die alte, kranke und behinderte Personen begleiten und pflegen, und dafür, dass die in medizinischen Berufen Tätigen ausschließlich ihrem heilenden Auftrag nachkommen.

Nach dem Gottesdienst zog man im Schweigemarsch zum evangelischen Friedhof, wo man am Grab für verstorbene Frühgeborene und krankheitsbedingt getötete Föten zum stillen Gedenken zusammenkam. Von dort aus begab man sich mit dem Spruchband "1000 Kreuze für das Leben - Wir trauen um alle abgetriebenen Kinder", Tafeln mit ähnlichem Wortlaut und Holzkreuzen durch die Innenstadt zum Rosengarten, wo sich zur Abschlusskundgebung noch weitere Menschen einfanden.

Der Vortrag von Dr. Claudia Kaminski war ein leidenschaftliches Plädoyer für das Leben. Sie bezeichnete es als ein "himmelschreiendes Unrecht", als "Skandal Nr. 1", dass in Deutschland schätzungsweise 300.000 ungeborene Kinder jährlich durch Abtreibung getötet werden und diese "Massenabtreibung" auch noch staatlich subventioniert wird. Allein im Jahre 2002 hätten die Bundesländer 42 Millionen Euro aufgebracht, um den Krankenkassen die Kosten für die Tötung ungeborener Kinder zu erstatten. Die Beratungsregelung habe nicht zu einer Verbesserung der Lebensrechtssituation, dafür aber zu einer Zerstörung des Rechtsbewusstseins geführt. Seit Inkrafttreten des neuen § 218 im Jahre 1995 seien nämlich ca. 1,8 Millionen Abtreibungen vorgenommen worden. Der Gesetzgeber müsse unbedingt der Forderung nach einer Reform des § 218 nachkommen und vor allem den Spätabtreibungen Einhalt gebieten. "Wir sollten auch in der Debatte um aktive Sterbehilfe den Mund aufmachen und im Blick auf die europäische Gesetzgebung wachsam sein", erklärte die Referentin und fand lobende Worte für die Initiative Kaleb, die es geschafft hatte, dass so viele Menschen für Lebensrecht und Menschenwürde auf die Straße gegangen waren. Ausdrücklich betonte sie, dass die Lebensrechtsbewegung und die Kirchen stärker zusammenwachsen müssten und sich auf der Grundlage des christlichen Glaubens gemeinsam für den Schutz des Lebens einsetzten sollten.

Abgerundet wurde die Kundgebung durch musikalische Beiträge von Stefanie und Marc Heinen sowie durch Interviews mit Traude Rittinghaus von der Hospiz-Arbeit des Amalie-Sieveking-Hauses und Mitarbeitern verschiedener Lebensrechtsgruppen, die sich nicht nur gegen Abtreibung wenden, sondern auch Frauen in Not helfen. Besonders bewegend waren die Erfahrungsberichte von zwei jungen Frauen, die ihre Kinder zur Welt gebracht hatten, obwohl man ihnen zur Abtreibung geraten hatte.

Ingrid Weiland

 

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